Rechtsschutz

Rechtsschutzversicherung

First things first: eine Rechtsschutzversicherung ist relativ preisgünstig und jeder der seinen Führerschein benötigt, sollte eine haben.


Die Rechtsschutzversicherung sichert gegen das Risiko ab, das mit der Vertretung von rechtlichen Interessen verbunden ist. Bei der Geltendmachung rechtlicher Interessen können Kosten u.a. in Gestalt von Gerichts- und Verfahrenskosten, Rechtsanwalts-Gebühren, Zeugenentschädigungen, Sachverständigenkosten usw. entstehen. Je nach Umfang des Versicherungsschutzes werden diese Kosten von einer bestehenden Rechtsschutzversicherung getragen. Soweit im Versicherungsvertrag eine Selbstbeteiligung vereinbart ist, muss der Versicherte diese Kosten selbst tragen.


Selbstbeteiligungen werden in unterschiedlicher Höhe, z.B. EUR 150, EUR 200 oder mehr pro Versicherungsfall vereinbart. Der im Falle einer Selbstbeteiligung gewährte Prämienvorteil im Vergleich zu einem Versicherungsvertrag ohne Selbstbeteiligung ist in der Regel nicht lohnend, wenn von einer - möglicherweise sogar mehrfachen - Inanspruchnahme des Versicherungsschutzes ausgegangen wird.


Die Beauftragung eines Rechtsanwalts im Zusammenhang mit einem Bußgeld in Höhe von 60 EUR bei bestehender Rechtsschutzversicherung mit Selbstbeteiligung erscheint auf den ersten Blick für den Betroffenen nicht sinnvoll, da der Versicherte hier Kosten zu tragen hat, die erheblich höher sind als das Bußgeld. Zu bedenken ist jedoch, dass bei einem Bußgeld von 60 EUR zumeist mindestens ein Punkt in das Fahreignungsregister eingetragen wird. Durch eine nicht erfolgte Verteidigung im Bußgeldverfahren können daher erhebliche Nachteile eintreten. Wichtig ist, dass das Punktekonto, gerade bei Berufskraftfahrern, niedrig gehalten wird. So geschieht es nicht selten, dass sich die Punkte unbemerkt ansammeln und der Betroffene dann in höchster Not aktiv werden muss, da der Fahrerlaubnisentzug bei 8 Punkten droht. Die bis zu 5 Punkten bestehende Punkteabbaumöglichkeit ist zum einen zeitaufwändig und teuer. Sie kann zum anderen nur für einen Punkt alle 5 Jahre in Anspruch genommen werden. Die Erfahrung zeigt, dass bei schneller und effizienter Verteidigung das Punktekonto dauerhaft niedrig oder gar eintragungsfrei gehalten werden kann. Die Chance, dass ein drohender Punkt bei guter anwaltlicher Vertretung nicht zur Eintragung gelangt, liegt bei 80%. Für Berufskraftfahrer sollte eine Rechtsschutzversicherung daher selbstverständlich sein.


Für Fuhrunternehmen bedeutet dies weniger Fahrerausfälle durch Fahrverbote sowie die Vermeidung von häufig parallel eingeleiteten Halter- und Disponentenverfahren durch ungeschickte Äußerungen des eigentlich Betroffenen. Des Weiteren kann auch eine Verteidigung in Halterverfahren gewährleistet werden. Diese, oft mit hohen Bußgeldern (Lenkzeitüberschreitung) und Punkten (Ladungssicherung, Überladung usw.) belegten Verfahren, machen eine Rechtsschutzversicherung auch finanziell interessant. In derartigen Fällen deckt die Versicherung ebenfalls die Vertretung vor den Gewerbeaufsichtsämtern, so dass bereits vor Erstellung eines Bußgeldbescheides auf das Verfahren oder die Höhe des Bußgeldes eingewirkt werden kann.


In vielen Fällen ist eine Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung zu empfehlen. Aufgrund erhöhter Fallzahlen kommt es vor, dass diese nachträglich vereinbart werden muss. Bis dahin ist es wirtschaftlich betrachtet oft vorteilhafter als mit geringerer Prämie eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren.


Was kann man tun, wenn die Firmenrechtsschutzversicherung durch die Versicherung gekündigt wird?

Bei einer Kündigung sollte man sich mit Fahrern und Angestellten (z.B. Disponenten) um eine Vereinbarung bemühen, nach der Einzelversicherungen abgeschlossen werden von denen der Arbeitgeber möglicherweise einen Teil der Prämie trägt. Eine derartige Regelung ist verglichen mit einer Firmenrechtsschutzversicherung oftmals sogar günstiger für das Unternehmen und bietet für die Arbeitnehmer den Vorteil, auch privat von der Versicherung profitieren zu können.